Lebenslinien – das Portrait Laudatio von Konsulent Adolf Öhler

Konsulent Adolf Öhler bei der Laudatio Lebenslinien – das Portrait Seniorenzentrum Hillinger 

Vernissage Gazmend Freitag – Lebenslinien – das Portrait Seniorenzentrum Hillinger – 25.10.2019

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Konsulent Adolf Öhler, Bürgermeister Klaus Luger, Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und Künstler Gazmend Freitag

 Grußworte an…

Verehrte Damen und Herren,

das Portrait gehört wohl zu den schwierigsten Aufgaben in der bildenden Kunst und erfordert ein hohes Maß an Beobachtung und Technik. Die Arbeiten von  Gazmend Freitag muss man dem Naturalismus aber auch dem Realismus  zuordnen, d.h. es wird ein reales Bild geschaffen und damit auf eine abstrakte Form verzichtet.

Die Natur nachzuahmen, ohne zeitlichen oder weltanschaulichen Hintergrund ist das Ziel. Freitags Portraits öffnen sich für Details und das begrüße ich in der Portraitkunst.

Meine Damen und Herren,

Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist, die vom menschlichen Gesicht – es gibt wahrscheinlich keine größere Flächen – Vielfalt.

Ich frage mich manchmal warum jemand auf einem Portrait, ganz einfach nicht zu erkennen ist – eine Abstraktion eignet sich einfach nicht für dafür.

Es ist noch nicht lange her, da wurde ein namhafter Politiker, von einem ebenso namhaften Künstler portraitiert – wahrscheinlich hat der Portraitierte sich nicht getraut, gegen  dieses Abbild zu protestieren – Kunst darf Vieles aber nicht Alles.

Der Maler Auguste Renoir meinte einmal in einem Zitat:

Für mich muß ein Bild etwas Erfreuliches und Liebenswertes haben, etwas Hübsches sein. Es gibt genug unerfreuliche Dinge auf dieser Welt, als dass wir noch weitere fabrizieren müssten.

Da bin ich völlig bei Renoir.

Lassen Sie mich jetzt ein wenig über den Künstler berichten….

Gazmend Freitag wurde 1968 im Kosovo geboren. Nach der Pflichtschule absolvierte er das Fachgymnasium für Verwaltungsfach und immatrikulierte an der juristischen Fakultät in Prishtina. Durch die politische Diktatur wurde die Universität geschlossen und er floh 1990 vor dieser Diktatur nach Deutschland. Er widmete sich dort, eigentlich unerwartet, der Kunst, einer Leidenschaft die ihn schon aus dem Kindheitsalter begleitete.

Eine neuerliche Wende gab es, als er 2004 nach Österreich ging. Seit dem widmet er sich der bildenden Kunst – Freitag ist ein Autodidakt, der sein künstlerisches Schaffen nicht an einer Universität oder bildenden Schule erlernt hat. Vielleicht half ihm dabei sein Vorname Gazmend – denn er bedeutet auf Deutsch  „Guter Gedanke“. Aber vor allem sein Talent reichte aus, um zu zeichnen und zu malen, um Kunst zu schaffen Es entstanden Grafiken und Ölbilder von Landschaften und Portraits.

Das Thema der Ausstellung „Lebenslinien“ ist gut gewählt und kommt den Bewohnern dieses Hauses recht. Ich finde, es ist auch ein soziales Projekt, denn gerade alte Menschen, zu denen ich mich auch zählen darf, brauchen Zuspruch und Beachtung. Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt einmalig in Österreich ist und dafür gebührt dem Künstler nicht nur Dank sondern auch Respekt.

Der Dank gilt auch den Seniorinnen und Senioren, die sich dafür „Stillhalten“ mussten. Dass es dabei auch zu längeren Gesprächen über das Leben und den Alltag des Porträtierten kam, hat sicher dem Einen oder Anderen gut getan.

Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens 

hat einmal ein g´scheiter Mensch gesagt und ich glaube, dass es das wirklich gibt.

Jetzt aber aufgepasst…..

denn Winston Churchill hat eine Warnung an mögliche Interessenten gerichtet……

Wer Porträtisten verärgert, muss damit rechnen, ähnlich gemalt zu werden.

Verehrte Damen und Herren,

Kunst muss schön und wahr sein, so meine ich, und jetzt darf ich sie einladen, die Wahrheit, ihre Portraits zu genießen – der Künstler steht ihnen gerne Rede und Antwort.

Ich darf noch hinzufügen…

Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens und dabei fällt mir ein, dass die Bilder natürlich günstig zu erwerben sind und dann sind sie für sie, wie gesagt, der Wein des Lebens“.

 Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und erkläre die Ausstellung für eröffnet.

Konsulent Adolf Öhler

 

 

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